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Hydrantenanlagen mit Steigleitungen nass/trocken

Nach DVGW (Merkblatt W 317) sind Nass-/Trocken-Leitungsanlagen Anlagen, bei denen entleerte Druckwasserleitungen im Bedarfsfalle durch Fernbetätigung einer Füllarmatur aus dem Trinkwassernetz mit Wasser gefüllt und betrieben werden können. Dies sichert ihre sofortige Einsatzbereitschaft; sie sind zur Selbsthilfe geeignet.

Die Löschwasserseite ist trocken und wird erst im Bedarfsfall aus der angeschlossenen Trinkwasserleitung gefüllt. Die Befüllzeit darf 60 s nicht überschreiten. Nach dem Schließen der Schlauchanschlussventile erfolgt eine automatische Entleerung. Dadurch wird u.a. das Einfrieren der Hydrantenleitungen verhindert.

Installation
Nass-/Trocken-Leitungsanlagen mit einem unmittelbaren Trinkwasseranschluss dürfen keinen Anschluss für eine Außeneinspeisung haben.

Zur Zwangserneuerung des Wassers in der Anschlussleitung sind Verbrauchsleitungen unmittelbar vor der Füll- und Entleerungsarmatur anzuschliessen. Die Wasserentnahme erfolgt ausschließlich über Wandhydranten.

Bauformen
  • mit hygienischer Trennung durch eine Füll- und Entleerungsarmatur (Sicherheitsventilstation)
    Einsatz dann, wenn am Schlauchanschlussventil des letzten Wandhydranten noch ein Wasserdruck von 3 bar gewährleistet wird. Die Sicherheitsventilstation verhindert die Gefährdung der Trinkwasserqualität durch stagnierendes Wasser.
  • mit Spüleinrichtung und hygienischer Trennung durch eine Füll- und Entleerungsarmatur (Sicherheitsventilstation)
    Die automatische Spüleinrichtung verhindert stagnierendes Wasser bei längeren Rohrnetzen ohne ausreichende Verbraucher vor der Ventilstation.
  • mit einer Druckerhöhungsanlage mit hygienischer Trennung durch eine Füll- und Entleerungsarmatur (Sicherheitsventilstation)
    Einsatz dann, wenn am Schlauchanschlussventil des letzten Wandhydranten ein Wasserdruck von 3 bar nicht gewährleistet wird. Die Druckerhöhung wird erst bei Aktivierung der Ventilstation erhöht.
  • mit einer Druckerhöhungsanlage mit Spüleinrichtung und hygienischer Trennung durch eine Füll- und Entleerungsarmatur (Sicherheitsventilstation)
    Die Ventilstation dient zur Entleerung und zum Probebetrieb. Die hygienische Trennung erfolgt durch den offenen Vorlagebehälter. Der Vorlagebehälter kann Einfluss auf die Druckerhöhung im System nehmen.
  • mit einer Druckerhöhungsanlage mit hygienischer Trennung (offener Vorlagebehälter) im Anschluß an das Trinkwassernetz (abhängige Versorgung)
    Die Druckerhöhungsanlage ist direkt an das Trinkwassernetz angeschlossen. Die Druckerhöhung wird erst bei Aktivierung der Ventilstation erhöht.
  • mit einer Druckerhöhungsanlage mit Anschluß an „Nicht-Trinkwasser“ (unabhängige Versorgung)
    Das Löschwasser wird in ebenerdigen oder unterirdischen Behältern bevorratet. Die Druckerhöhungsanlage sorgt über eine Selbstansaugung (Ansteuerung über Grenztaster) für den erforderlichen Wasserdruck in der Anlage
Prüfungen und Wartung
Zur Vermeidung stagnierenden Wassers sind die Rohrleitungen bis zur Ventilstation wöchentlich zu spülen.

Einsatz
  • Wohnbauten
  • Industrieanlagen
  • frostgefährdete Brandschutzbereiche

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