
Hydrantenanlagen mit Steigleitungen trocken
Bei einer „trockenen“ Wandhydrantenanlage („trockene“ Steigleitung) handelt es sich um fest verlegte Löschwasserleitungen, die keine Verbindung zu Trinkwasser- oder Nichttrinkwasserrohrnetzen besitzen.
Trockene Steigleitungen ermöglichen die Einspeisung bzw. Zuführung von Löschwasser an/zu bestimmten Gebäudepunkten ohne die zusätzliche Verlegung von Schläuchen durch die Feuerwehr. So wird die Vorbereitungszeit des Löschangriffs verringert und die Handlungsfähigkeit am Brandherd erhöht.
Dank dieser Zuleitungs- und Verteilungsfunktion sind technische Maßnahmen zur Gewährung der Löschwasserqualität und zum Frostschutz nicht erforderlich.
Zur Selbsthilfe sind trockene Steigleitungen aufgrund der erforderlichen Maßnahmen zu ihrer Inbetriebnahme nicht geeignet.
Installation
Die Installation regelt sich nach DIN 14462 Teil 2.
Trockene Steigleitungen sind strikt von der öffentlichen Trinkwasserversorgung zu trennen; Löschwasser darf unter keinen Umständen in das öffentliche Trinkwassernetz gelangen.
Werden in einem Gebäude mehrere Steigleitungen installiert, sind diese getrennt zu führen und jeweils mit einer eigenen Einspeisung zu versehen. Die Einspeisung muß sich in unmittelbarer Nähe von für die Feuerwehr frei zugänglichen Flächen befinden. Anschlußstellen müssen gut sichtbar und nach DIN 4066 beschildert sein. Jede Steigleitung ist pro Geschoß mit einer entsprechenden Entnahmevorrichtung abzuschließen. Die Art und technische Ausführung der Einspeise- und Entnahmevorrichtungen sind in DIN 14461 geregelt.
Bauformen
Standard (Rohrleitung mit Einspeise- und Entnahmevorrichtungen, ohne weiteres Zubehör)
mit Druckerhöhungsanlage ( ab 30 m Löschwasserförderhöhe)
Prüfungen und Wartung
Nach Installation sowie im Anschluß an jede beliebige konstruktive bzw. bauliche Veränderung ist die Hydrantenanlage „trocken“ in Übereinstimmung mit DIN 14462 auf Dichtigkeit und Funktionsbereitschaft zu prüfen. Steigleitungen mit Anschlüssen sind im Abstand von zwei Jahren einer Kaltwasserdruckprüfung zu unterziehen.
Nach jedem Gebrauch sind Steigleitungen „trocken“ zu entleeren, alle Anschlußstellen sind zu verschließen und zu verplomben.
Einsatz
Trockene Steigleitungen kommen vorrangig in hohen Gebäuden oder im industriellen Anlagenbau zum Einsatz.
